Symphonie Nr. 8

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t1 Konzertführer
Karl Amadeus Hartmann
Symphonie Nr. 8

Dieses 1960 bis 1962 geschriebene Stück, Hartmanns letzte abgeschlossene Komposition, beginnt im ersten seiner zwei Teile mit einem Adagio vom Typus der zweiten Symphonie, allerdings insofern deutlich modifiziert, als Beschleunigung und Verlangsamung des Tempos nicht mehr konsequent geradlinig vor sich gehen, sodass die Entwicklung nicht mehr als ein einfaches Auf und Ab zu beschreiben ist. Die Musik ist gleichsam nervöser geworden. Die Überschrift Cantilene scheint, als Gegengewicht gegen die ins Diffuse auseinanderstrebende weitgespannte Intervallik, bindende Sachlichkeit beschwören zu sollen. Der zweite Teil ist
Dithyrambe betitelt; Hartmann setzte erklärend hinzu: „Ein Jubelgesang, der mit wilder stürmischer Begeisterung endet.“ Hartmann dürfte hier ganz bewusst auf den antiken Mythos von Dionysos angespielt haben, auf Schillers Lied an die Freude in Beethovens Komposition (in der neunten Symphonie) und auf Nietzsches Begriff des ‚Dionysischen‘. Am Beginn steht ein Scherzo mit drei Variationen, eine strikte Steigerungsanlage von vierfachem Piano bis zum Fortissimo. Den Abschluss bildet ein durch eine eingeschobene Fuge zweigeteiltes Finale, das charakteristischerweise in einem Tumultuoso endet.
Egon Voss

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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