Cookies und soziale Netzwerke erleichtern die Bereitstellung dieser Webseite. Mit der Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit dem Einsatz dieser Technologien einverstanden.
Weitere Informationen
Concertgebouw, Amsterdam

Zum Tode von Mariss Jansons: Saint-Saëns & Dvořák

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Concertgebouw
Zurück

Eines der letzten Programme des großen Maestro: Die gefeierte Organistin Iveta Apkalna auf Tour mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Mariss Jansons. Sie spielen Saint-Saëns' große "Orgelsymphonie". Zuvor Dvořáks Neunte, die Symphonie "Aus der Neuen Welt", das populärste Werk des Tschechen. Eine Erinnerung an beseligtes, beseligendes Musikmachen und die Liebe eines Orchesters zu seinem Dirigenten.

Premium
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95, "Aus der Neuen Welt", 22.03.2019
JETZT PREMIUM TESTEN
Testen Sie jetzt takt1 Premium 10 Tage in vollem Umfang gratis. Sie erhalten Zugang zu über 2.300 Konzerten / Opern und zu allen exklusiven Konzert-Live-Streams.
Gehe zu
  • Dvořák: Symphonie Nr. 9 – I. Adagio – Allegro molto
  • Dvořák: Symphonie Nr. 9 – II. Largo
  • Dvořák: Symphonie Nr. 9 – III. Scherzo, molto vivace
  • Dvořák: Symphonie Nr. 9 – IV. Allegro con fuoco
  • Interview mit Iveta Apkalna
  • Saint-Saëns: Symphonie Nr. 3 – I. Adagio – Allegro moderato, Poco adagio
  • Saint-Saëns: Symphonie Nr. 3 – II. Allegro moderato – Presto, Maestoso – Allegro
  • Zugabe: Jean Sibelius: Kuolema. Valse triste, op. 44
  • Zugabe: György Ligeti: Concert Românesc, IV. Finale
t1 Konzertführer
Antonín Dvořák
Symphonie Nr. 9 e-moll op. 95, Aus der Neuen Welt

Die zahllosen Spekulationen, in diesem Werk seien ‚indianische‘ Motive verarbeitet, hat der Komponist selbst für Unsinn erklärt; dennoch ist gerade darüber immer wieder geschrieben worden. Die oft als Beweis zitierte Pentatonik einzelner Themen (vor allem der Englischhorn-Melodie des Adagios) ist in der slavischen Volksmusik aber gleichfalls anzutreffen, die Synkopen des ersten und dritten Themas im Kopfsatz reflektieren böhmische Folklore ebenso wie Negro-Spirituals, und das Hauptthema des Scherzos kann ebenso gut als schöpferischer Reflex auf das Scherzo der neunten Symphonie Beethovens verstanden werden wie – und dies ist gewiss die primitivere Deutung! – als stilisierter ‚Indianer-Tanz‘. Viel wesentlicher als solche Äußerlichkeiten ist Dvořáks Hinwendung zum zyklischen Gestaltungsprinzip, das in diesem Werk die einzelnen Sätze nicht nur geistig, sondern auch substantiell greifbar miteinander verbindet. Der Komponist hat nicht verschwiegen, durch die Lektüre von Henry Wadsworth Longfellows Indianer-Epos Song of Hiawatha während der Arbeit an der Symphonie angeregt worden zu sein (ursprünglich wollte er diesen Stoff für eine Oper nutzen); solche literarischen Anregungen dürfen indessen nicht zu der Annahme verleiten, die Symphonie sei deskriptive Programmmusik. Sehr wohl aber ist sie nicht nur Abschluss der Reihe der Symphonien, sondern deutet zugleich auf Dvořáks eigentliche Programmmusik voraus.
Hartmut Becker

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.