Pjotr Tschaikowsky

Romeo und Julia - Fantasie-Ouvertüre

Nézet-Séguin, Rotterdams Philharmonisch Orkest, 2013
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Yannick Nézet-Séguins Auftakt bei den Londoner Proms: Als Gergiev-Nachfolger dirigiert er russische Musik. Impulsiv und radikal ist seine Interpretation dieses all-time-favourites. So gar nicht kitschig-schön, eher temperamentvoll – jedenfalls erfrischend uneitel.

 

t1 Konzertführer
Pjotr Tschaikowsky
Ouvertüre-Fantasie Romeo und Julia

Auf seiner zweiten und letzten Russland-Reise (1867/68) hatte Hector Berlioz auch Balakirew kennengelernt, der sich für die Idee des ‚drame instrumental‘ begeisterte. Er schlug 1869 den von Berlioz zu einer ‚Symphonie dramatique‘ verarbeiteten Shakespeare-Stoff dem jungen Tschaikowsky zur Gestaltung vor. Die doppelte Gattungsbezeichnung weist hier einerseits auf die Form, andererseits auf den Gehalt hin. Gleichzeitig werden die Einflüsse und Ideen des ‚Mächtigen Häufleins‘ in dem stark folkloristischen Einschlag der Themen ebenso greifbar wie in der choralartigen Einleitung, die Elemente des russischen Kirchengesangs aufnimmt. Zur Uraufführung im März 1870 strich der Komponist den ursprünglichen Schluss (Trauermarsch) und ersetzte ihn durch die bekannte, mit wuchtigen Schlägen endende Coda. Eine letzte Revision nahm Tschaikowsky 1880 vor.

Hartmut Becker

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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