Alles Wahn!

Alles Wahn!

In den Glasharmonika-Gespenstern von „Lucia di Lammermoor“, in Elektras Rachefantasien, in den schiefen Walzerrhythmen und Walpurgisnachttänzen der „Symphonie fantastique“: Der Wahn lauert in der Musikgeschichte überall. Ganz besonders im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, ganz besonders im Musiktheater. Die Schöpfer:innen der wahnsinnigen Werke sind nicht selten selbst berühmt für Grenzüberschreitungen und emotionale Irrfahrten: Richard Wagner dichtete Inszenierungen um sein Außenseitertum, seine Rauschzustände beim Komponieren, schon Ludwig van Beethoven oder Hector Berlioz pflegten solche Images, und die Reihe lässt sich lange fortsetzen. Genie und Wahnsinn, das gehört auch in der Musik irgendwie zusammen – und den enfants terribles verzeiht man bis heute unsägliche Rücksichtslosigkeiten und Alleingänge. Alles im Sinne der Kunst? Der Wahn, er gehört nicht nur den großen Egomanen. Das takt1-Thema versammelt Perspektiven.

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