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Klavierkonzert G-dur KV 453

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t1 Konzertführer
Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzert G-dur KV 453

Das G-dur-Klavierkonzert KV 453 vollendet Mozart am 12.April 1784 als letztes einer Serie von vier Konzerten, die innerhalb von nur zwei Monaten im Frühjahr entstehen. Auch dieses Konzert schreibt er für Babette Ployer, seine begabte Schülerin. Die Uraufführung findet am 13. Juni 1784 im Döblinger Privathaus der Familie Ployer mit einem eigens gemieteten Orchester statt. Neben Mozart war bei diesem Hauskonzert auch der italienische Komponist Giovanni Paisiello als Gast zugegen, um Babette Ployers Klavierspiel zu begutachten. Auffallend ist wieder die umfangreiche Bläserbesetzung, die Mozart hier wiederverwendet (Flöte, zwei Oboen, zwei Fagotte, zwei Hörner) und die er in vielfältigen Mischungen und auch solistisch mit dem Soloinstrument dialogisieren lässt, sodass ein weites Spektrum von instrumentalen Farben entsteht, das der Fülle von Themen und Motiven Kontur und Plastizität verleiht. Dennoch ist der Reichtum an musikalischen Einfällen stets eingebunden in eine intime, innerliche Atmosphäre:

„in freundlicher Tonart steckt es voll geheimen Lächelns und geheimer Trauer“, notiert Alfred Einstein und trifft genau den gemischten, gefühlvollen, aber ständig die Farbe wechselnden Charakter des ersten Satzes. Der zweite Satz, in der neutralen Tonart C-dur, ist dagegen von leidenschaftlicher, schmerzlicher Trauer erfüllt; das kantable Hauptthema bricht im fünften Takt einfach ab als wolle es aufhören. Der Satz tendiert, vor allem wenn das Soloinstrument erklingt, ständig nach Moll, der schattenreiche Weg führt über weit entfernte Tonarten, über Gis-dur und Es-dur schließlich zurück nach C-dur: ein mächtiger, geläuterter Seelengesang. Ganz anders, heiter, unbeschwert, von papagenohaftem Charme präsentiert sich der letzte Satz, der ein buffoneskes Thema in sechsfacher Veränderung vorführt, um dann in ein wildes Presto-Finale zu münden. Aber auch hier trüben in der (obligatorischen) Moll-Variation plötzlich sehr ernste, quälende Gedanken die heitere Atmosphäre. Den Zustand ungetrübter Freude kennt Mozart nicht. Seine hypersensible Psyche, sein sprunghaftes, diskontinuierliches Innenleben würde das auch nicht lange aushalten.
Attila Csampai

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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