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Klavierkonzert D-dur KV 451

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t1 Konzertführer
Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzert D-dur KV 451

Als Datum der Fertigstellung des Klavierkonzerts in D-dur KV 451 gibt Mozart den 22. März 1784 an; das wären nur sieben Tage nach dem Konzert in B-dur KV 450. Mit seinem mächtigen Bläserapparat (Flöte, zwei Oboen, zwei Fagotte, zwei Hörner, zwei Trompeten) kündigt das D-dur-Konzert die weitere symphonische Verflechtung von Klavier und Orchester an. Im ersten Satz, der mit einer martialischen D-dur-Geste ouvertürenhaft und majestätisch anhebt, dominiert das Orchester über weite Strecken derart, dass man fast von einer Symphonie oder Ouvertüre mit obligatem Klavier sprechen muss. Im Gegensatz zu dem davorliegenden Konzert beschränkt sich das Klavier hier darauf, die vom Orchester gemeißelt hingestellten Themen und Übergangsgruppen mit virtuosem Zierrat zu umspielen, auszuschmücken, einen feinen transparenten Schleier zu ziehen über die vom Orchester mit männlichem Stolz wuchtig gesetzten Gestalten.

Also kein Dialog zwischen gleichwertigen Partnern, sondern ein Neben- und Übereinander von gegensätzlichen Charakteren. Der rondoartige zweite Satz bringt ein schlichtes, pastoral-wiegendes und sehnsüchtiges Thema über einem liegenden Bass in G-dur und drei sanft ausschwingende Episoden in D-dur, e-moll und C-dur, in denen das Klavier dem Orchester seinen eigenen, inbrünstigen Gesang entgegensetzt. Der dritte Satz beginnt harmlos und verspielt mit einem eigenartig synkopierten Tanzthema, später gewinnt ein anderes, harmonisch schillerndes, in sich kreisendes Thema (ungarischer Herkunft?) an Bedeutung, es folgt eine weitläufig sequenzierende Durchführung mit plastischen Bläsersoli und schließlich gibt es nach der Kadenz noch eine lange achtzigtaktige Coda, in der der Satz sogar sein gerades Metrum zugunsten eines hüpfenden Dreiachtelrhythmus ändert. Ein von Fachleuten weithin als schwächer eingestuftes Konzert also steckt voller feinsinniger, überraschender Details.
Attila Csampai

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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