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Die großen Klavierkonzerte KV 449-595 (1784-1791)

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t1 Konzertführer
Wolfgang Amadeus Mozart
Die großen Klavierkonzerte KV 449-595 (1784-1791)

Mozart ist der Schöpfer des modernen Klavierkonzerts. In keinem anderen Genre hat ein einzelner Komponist die gesamte Entwicklung so nachhaltig beeinflusst und so Bedeutendes geschaffen wie er. Dabei gelang es ihm im Laufe von nur wenigen Jahren, die Ebene konventioneller Gebrauchsmusik endgültig zu überwinden und individuell geprägte Kunstwerke zu komponieren, die, da sie aus dem historischen Prozess von Werden und Vergehen heraustreten, der Interpretation, und zwar ständiger Neuinterpretation bedürfen. Mit seinen 23 Klavierkonzerten leistete Mozart zudem auch die quantitative Vorarbeit für den späteren enormen Bedeutungszuwachs der Gattung Klavierkonzert im 19. Jahrhundert. Alfred Einstein, der bedeutende Mozart-Biograph, sah in den Klavierkonzerten der Wiener Zeit sogar Mozart „Ideal“ verwirklicht und feierte sie „als Krönung und Gipfel seines instrumentalen Schaffens überhaupt“. In der Tat erreicht Mozart in keiner anderen instrumentalen Gattung – die Symphonien miteingerechnet – jene wirklich ‚ideale‘ Synthese von „Kompliziertheit und Klarheit“ (Bruno Walter) einerseits, von solistisch-individuellem Gestus und symphonisch durchgearbeiteter Struktur andererseits. Die entscheidenden Schritte hierzu vollzieht er in den überaus fruchtbaren und erfolgreichen ersten Wiener Jahren, in denen er in nicht einmal drei Jahren – zwischen 1784 und 1786 – zwölf Klavierkonzerte verfasst und sie größtenteils in eigenen Veranstaltungen, den sogenannten ‚Akademien‘, auch selbst dem Publikum vorstellt. Zuvor bereits, als er gerade sein erstes Wiener Klavierkonzert in A-dur KV 414 fertiggestellt hatte, erläuterte er seinem Vater die neue Konzeption: „die Concerten sind eben das Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht“ schreibt Mozart am 28. Dezember 1782, „sind sehr Brillant – angenehm in die ohren – Natürlich, ohne in das leere zu fallen – hie und da – können auch kenner allein satisfaction erhalten – doch so-daß die Nichtkenner damit zufrieden seyn müssen ohne zu wissen warum.“

Und Georgi W. Tschitscherin schreibt 1930, knapp 150 Jahre später: „Wie Beethovens Sinfonien sind Mozarts Klavierkonzerte jedes für sich eine besondere Welt mit unermesslichem Inhalt, umfassende Poeme mit einer Unzahl von Episoden. Jene Konzerte unterscheiden sich von Beethovens Sinfonien durch ihre Objektivität: ein jedes ist eine sich selbst entfaltende Hymne, in ihnen arbeiten Energien der Welt und des Lebens, herrscht das Spiel der Elemente, finsterer, lichter, geheimnisumwitterter, anmutiger Kräfte, herrscht Baudelaires infernalische und himmlische Schönheit, hier die Sonne, da die Nacht, stets betörend, rätselhaft fast immer, und das alles in der unendlichen Vielfalt der Mozartschen Schattierungskunst... Und in den Klavierkonzerten pulsiert wie in den reizvollen Girlanden der zauberhaften Erzählungen des Herodot, wo Episode auf Episode folgt wie Girlande auf Girlande, das vollblütige Leben und ein vielsagender Wechsel hier klarer, dort verhaltener, hier düsterer, dort lichter Episoden.“
Attila Csampai

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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