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Romeo und Julia - Ballett in vier Akten

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t1 Konzertführer
Sergei Prokofjew
Romeo und Julia - Ballett in vier Akten

Aus dem abendfüllenden Ballett, das Prokofjew für das Leningrader Kirow-Theater schrieb und das dort zunächst als untänzerisch abgelehnt und verschoben wurde, sodass seine Uraufführung 1938 in Brünn stattfand, bevor es – nach Änderungen – 1940 in Leningrad inszeniert wurde, hat Prokofjew selbst insgesamt drei Suiten destilliert: die erste (op. 64a, 1936) in sieben Sätzen (‚Volkstanz‘, ‚Szene‘, ‚Madrigal‘, ‚Menuett‘, ‚Masken‘, ‚Romeo und Julia‘, ‚Tod Tybalts‘), die zweite (op. 64b, 1936) in sieben Sätzen (‚Montecchi und Capuletti‘, ‚Julia als Mädchen‘, ‚Pater Lorenzo‘, ‚Tanz‘, ‚Romeo und Julia vor der Trennung‘, ‚Tanz der Antillenmädchen‘, ‚Romeo am Grab Julias‘), um das Werk zu popularisieren, und schließlich eine dritte in sechs Sätzen (‚Romeo am Brunnen‘, ‚Morgentanz‘, ‚Giulietta‘, ‚Die Amme‘, ‚Aubade‘, ‚Julias Tod‘) 1944 (op.101). Darüber hinaus treffen die verschiedenen Romeo und Julia-Suiten, die auf Platten angeboten oder in Rundfunkaufnahmen eingespielt wurden, eine eigene, abweichende Auswahl aus der Ballettmusik.

Wie Schostakowitsch so hat auch Prokofjew hier zu einem typischen Stil des sowjetischen Klassizismus gefunden – ungeachtet der Vorwürfe des ‚Formalismus‘, die auch seine Musik später treffen sollten: eine Musik mit lyrischen und dramatischen Qualitäten, der kaum noch plakative oder groteske Züge anhafteten, „große Musik“ nach Prokofjews Vorstellungen, „in der sowohl die Idee als auch die technische Gestaltung der Größe unserer Epoche angemessen sind“, mit der sich eine introvertierte Gesellschaft identifizieren konnte, in der das ruhelose Experimentieren bereits in Misskredit gekommen war. Ihren Siegeszug trat diese Musik dann aber vor allem durch angelsächsische Länder an.
Detlef Gojowy

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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