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Don Quixote, phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters, op. 35

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t1 Konzertführer
Richard Strauss
Don Quixote, phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters, op. 35

Der volle Wortlaut des Titels enthält noch die Bezeichnungen lntroduzione, Tema con variazioni e Finale, die ebenso ironisch gemeint sind wie der Untertitel des Till; Strauss‘ Absicht war nicht, sich etwa der durch Brahms und Reger repräsentierten Tradition zu nähern, sondern – gerade im Gegenteil – die Variationsform ad absurdum zu führen und ‚tragikomisch‘ zu persiflieren. Was die Fuge (‚Von der Wissenschaft‘) des Zarathustra als Teil eines Werkes ausdrückte, wird hier auf die Kornpositionstechnik eines ganzen Werkorganismus ausgedehnt. Im Vergleich zu den vorhergehenden Tondichtungen ist Don Quixote von episch-resignierender Haltung und – dadurch – von einer Breite der Darstellung, die seinem Erfolg bis heute im Weg stehen; die Feinheiten des Orchestersatzes, der unter anderem für das erste Violoncello und die erste Viola ungewöhnlich lange, schwierige Soli enthält, erschließen sich im Grunde erst aus dem Studium der Partitur.

Obwohl die Besetzung gegenüber dem Zarathustra reduziert ist (nur dreifache Holzbläser), scheint Strauss hier an eine Grenze gestoßen zu sein, jenseits derer ein rein auditives Nachvollziehen nicht mehr möglich ist. Überschreitet der Zarathustra als erste Strausssche Tondichtung die Spieldauer von einer halben Stunde, so wirkt die ähnlich lange Dauer des Don Quixote auf Grund der ganz anderen, kontrastärmeren Anlage demgegenüber leicht ermüdend. Das als burleskes Gegenstück zu dem folgenden und parallel entworfenen Heldenleben gedachte Werk sollte nach dem Willen des Autors möglichst in Verbindung mit seinem Pendant gespielt werden – eine Forderung, die sich sehr selten realisieren lässt. Zu den einzelnen Abenteuern des Titelhelden und seines Knappen Sancho Pansa aus dem berühmten Roman von Cervantes hat sich Strauss zwar in den Skizzenbüchern ausführliche Notizen gemacht, jedoch kein detailliertes Programm entworfen; in der Partitur deuten gelegentlich Ausdrucksbezeichnungen wie „wütend“, „sehnsüchtig“, „sentimental“ oder „entrüstet“ auf die avisierten Episoden der Vorlage. Für die Uraufführung verfasste er zum leichteren Verständnis kurze Erläuterungen.
Hartmut Becker

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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