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Paul Hindemith

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Paul Hindemith
Paul Hindemith

Hanau, 16. November 1895 – Frankfurt, 28. Dezember 1963

Hindemith vertritt einen Typus von Komponist, dessen schöpferische Begabung und Fähigkeit zur Entfaltung in vielfältigen und höchst unterschiedlichen Gattungen und Formen drängen. Sein Werkverzeichnis umfasst denn auch alle traditionellen Gattungen und geht mit Arbeiten für mechanische Musikinstrumente, für Radio, Schallplatte und Film sowie mit Musik für den Laienbedarf und -gebrauch weit über die Werkgattungen, die Hindemith zu Beginn seiner Entwicklung vorgefunden hat, hinaus. Auffallend an Hindemiths Auseinandersetzungen mit den überkommenen Werkgattungen ist, dass sie weniger auf eine eindeutige und festumrissene Gattungsnorm hinzielen als dass sie Varianten und Dehnungsmöglichkeiten einer Gattung erkunden und erproben. Dabei kommt es zwangsläufig auch zu Überschichtungen und Verschränkungen von Gattungen, so etwa im Fall der Kammermusiken op. 36, die auf eine überaus originelle und gelungene Weise Kammermusik und Konzertmusik in sich vereinen und fast einen neuen Gattungstypus etablieren. Ähnlich verhält es sich mit Hindemiths Beiträgen zur Gattung der ‚Symphonie‘. Rein quantitativ nicht unerheblich, zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie bei gewissen gleichbleibenden Merkmalen insgesamt recht unterschiedlich ausfallen. Das mag auch mit ein entscheidender Grund dafür gewesen sein, dass Hindemith seine Symphonien nicht durchnummeriert hat – schon das unterscheidet ihn auch von Komponisten wie Schostakowitsch, Karl Amadeus Hartmann und Henze. Sie tragen attributive Bezeichnungen oder Titel und belegen schon dadurch, dass sie als je eigene, sich voneinander abhebende Beispiele der Gattung ‚Symphonie‘ verstanden werden wollen. Hindemiths Symphonien stellen unter diesem Gesichtspunkt keine Werkreihe dar, die sich durch einheitliche Gestaltungselemente und ein durchgehend verbindliches Formkonzept auszeichnet. Sie bilden vielmehr eine Sammlung von gattungsspezifischen Varianten, wobei es vielfach zu einer Verbindung mit Elementen und Stilaspekten des Konzerts kommt, was der symphonischen Sprache Hindemiths einen sehr eigenen Charakter verleiht.
Dieter Rexroth

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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