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Symphonien 1782-1783

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t1 Konzertführer
Joseph Haydn
Symphonien 1782-1783

1782: Nr. 76-78
1783: Nr. 79-81
Viel zu wenig bekannt ist die Tatsache, dass Haydn bereits um 1782 nach England gehen wollte. Zu diesem Anlass komponierte er die Trias der Symphonien Nr. 76-78. Doch die Reise kam nicht zustande. Gleich mehrere Verleger in Europa druckten die drei neuen Symphonien, die Haydns Symphonik, entgegen der häufig geäußerten Meinung, sie seien zu leicht geschrieben (!), auf der Höhe der Streichquartette op. 33 (1781) zeigen, freilich mit der notwendigen Einschränkung, dass die Symphonien in erster Linie auf Wirkung abzielen, nicht auf jene unerhörte thematische Konzentration, wie sie gerade die Streichquartette op.33 auszeichnet. (Mozart wusste, warum er sie so intensiv studierte!) Die drei Symphonien Nr. 79-81 gehen dann sogar noch weiter und bieten in den Kopfsätzen von Nr. 80 d-moll und Nr. 81 G-dur bisher nicht gehörte Verschleierungen des Repriseneintritts als ‚Ereignis‘, dass man sich nur wundern kann, wie ein Haydn-Forscher vom Range Jens Peter Larsens zu der Behauptung gelangen konnte, sie seien nur „hübsch“ und „elegant“ und gereichten dem Symphoniker Haydn keineswegs zur Ehre, falls er nach ihnen schon gestorben wäre. Stattdessen sind sie Haydns erstes gewichtiges Wort in der Orchestermusik der zentralen Wiener Klassik. Der Goethe-Freund Carl Friedrich Zelter fasste später bewundernd Haydns Bemühungen um das, was wir heute den Wiener klassischen Satz nennen, mit folgenden Worten zusammen: „Diejenigen Werke, in welchen Haydn sich vor allen Komponisten ausgezeichnet hat, bestehen besonders in Symphonien und Quartetten, zu deren Einrichtung er sich eine ganz neue Bahn gebrochen hat, die vor ihm kein musikalisches Stück hatte.“ Und die Beobachtung, Haydns Stücke hätten manchmal „gar kein Thema“ und würden scheinbar „in der Mitte anfangen“ (man denke nur an das Finale aus der Symphonie Nr. 62), trifft auf kaum eine andere Symphonie so zu, wie auf die in jeder Hinsicht ungewöhnliche Symphonie Nr. 80 d-moll, die alles andere als bloß „hübsch“ und „nett“ ist. Es scheint schwer zu sein, Haydn wirklich zu folgen.
Dietmar Holland

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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