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Kunst der Fuge (BWV 1080)

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t1 Konzertführer
Johann Sebastian Bach
Kunst der Fuge (BWV 1080)

Die Kunst der Fuge ist Bachs letztes Werk eigener Hand, das allerdings unvollendet blieb. Das Werk umfasst in der postumen Erstausgabe durch Carl Philipp Emanuel Bach – wahrscheinlich 1752 gedruckt – 24 Nummern. Der letzte Satz, eine monumentale Tripelfuge, bricht bald nach der Einführung der Noten b-a-c-h ab und wird deshalb traditionell mit dem nicht hierhergehörenden Choral Vor deinen Thron tret' ich hiermit beschlossen. Bach führt in seinem Opus ein lapidares Grundthema in allen denkbaren Möglichkeiten des Fugensatzes durch: mit Doppel-, Tripel- und Spiegelfugen, in Umkehrungen und denen des Gegenthemas, in Verkleinerung und Vergrößerung, mit Nebenthemen und in Kanons, im doppelten Kontrapunkt und allen Versionen des Stimmtausches – so als wolle er zeigen, wie in der Summe musikalischer Logik das Jenseits tönt.

Das Werk war zwar vielleicht nur als satzungsmäßige Jahresgabe für Mizlers gelehrte ‚Societät‘ bestimmt, wirkt aber nach Anspruch und Entstehungsumständen wie ein Vermächtnis. Die Reihenfolge der Stücke ist umstritten; die Forschung hat mehrere Anordnungsmöglichkeiten begründet. Sämtliche Stücke sind nach Art der italienischen Orgeltabulatur notiert (wie Bach sie nachweislich von Frescobaldi kannte). Hierbei handelt es sich um eine Aufzeichnungsweise in Partitur, der man sich nach altem Brauch für anspruchsvolle Musik von kontrapunktischer Faktur bei Tasteninstrumenten bediente. Dieses partiturmäßige Erscheinungsbild führt dann auch zur ersten Aufführung des Werkes in einer Bearbeitung für großes Orchester von Wolfgang Graeser 1927 in St. Thomas zu Leipzig. Viele der über fünfzig gedruckten Bearbeitungen stehen in dieser Tradition, und so erklingt das Werk im Konzertsaal in den vielfältigsten Besetzungen, vom großen Orchester bis zu Kammermusik-, Bläser- und Streichquartettfassungen.

Klaus Peter Richter

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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