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Introitus

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t1 Konzertführer
Igor Strawinsky
Introitus

Für Chor (Tenöre und Bässe), Harfe, Klavier, zwei Pauken, zwei Tamtams, Soloviola und Kontrabass, komponiert in Hollywood Januar bis 17. Februar 1965 nach dem Tod (am 4. Januar 1965) von T. S. Eliot in London.
Schon gegen Ende 1964 dürfte Strawinsky den Plan eines Requiems gefasst haben. Der Tod des Freundes Thomas Stearns Eliot beschleunigte möglicherweise die Entscheidung zur Veröffentlichung des ersten Satzes, des Introitus, auf den Eingangstext. Mit dem Widmungsvermerk „T. S. Eliot in memoriam“ schließt die lange Liste von Kompositionen Strawinskys zum Gedenken an Freunde: Rimskij-Korsakow, Debussy, Natalia Kussewitzky, Alphonse Onnou, Dylan Thomas, Prinz Max Egon zu Fürstenberg, Raoul Dufy, Präsident John F. Kennedy, Aldous Huxley.
Strawinsky schreibt das erste Zeilenpaar einstimmig den Tenören zu und lässt es hierauf von den Tenören und Bässen gemeinsam mit gedämpften Stimmen in rhythmisiertem Sprechton (tonus currens) vortragen. Das zweite Zeilenpaar ist, ebenfalls einstimmig, den Bässen zugeteilt. Das dritte wird, wie das erste, rezitiert. Zum Abschluss greift Strawinsky wieder auf das erste Zeilenpaar zurück, das er nunmehr zweistimmig, gemeinsam von Tenören und Bässen, vortragen lässt.
In Anlehnung an die Verteilung der Stimme Gottes auf zwei Sänger in Strawinskys Sintflut führen Soloviola und Kontrabässe eine zweistimmige Basslinie aus, die von zwei Paukisten nahezu imitiert wird. Weitere Eigentümlichkeiten sind das ‚parlando sotto voce‘ der Stimme; die auf Nebentaktteilen ausgeführten Tarntarnschläge; die berückenden harmonischen Wendungen der Schlusskadenzen; die Umwandlung des ‚dona eis‘ ins Singular ‚dona ei‘ als Hommage an den verstorbenen Freund. Nach Heinrich Lindlar besitzt das Werk die „Ausdrucksstrenge einer Kult-Ikone“. Die Uraufführung des Introitus besorgte Robert Craft am 17. April 1965 in Chicago zusammen mit Strawinskys Variations.
Manfred Karallus

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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