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Berceuse héroïque, Ode à la France

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t1 Konzertführer
Claude Debussy
Berceuse héroïque, Ode à la France

Unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs nahm das Nationalbewusstsein Debussys immer radikalere Formen an. „Dank unserer Gutmütigkeit und Unbedarftheit haben wir unseren Geist nur schlecht gegen andersartige Lehren geschützt“, schreibt er im Dezember 1916 – vor dem Hintergrund der sich ihrem Ende zuneigenden Schlacht von Verdun – im Vorwort zu der von Paul Huvelin herausgegebenen Aufsatz-Sammlung Pour la musique française;
„selbst in diesem Augenblick, da Frankreich seine besten Söhne ohne Unterschied von Stand und Namen opfert, hört man in gewissen Kreisen merkwürdige Ansichten über Beethoven, der – sei er nun Flame oder Deutscher – ein großer Musiker sei, und über Wagner, der als Künstler noch größer sei denn als Musiker“. Dieser verderbliche Einfluss der deutschen auf die französische Musik sei ein „Unkraut, das man ohne Mitleid ausrotten muss, so wie ein Chirurg ein vom Brand befallenes Bein amputieren muss“. In diesem Geist des Nationalismus entstanden die beiden letzten Orchesterwerke Debussys: die Berceuse héroïque „zu Ehren König Alberts des Ersten von Belgien und seiner Soldaten“ und die Ode à la France, für Solo, Chor und Orchester, die postum von Marius-François Gaillard vollendet wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg trat eine neue Komponistengeneration auf, die alles Vorausgegangene (und also auch die Musik Debussys) vehement ablehnte. So hat Debussy keine unmittelbaren Nachfolger gehabt, auch wenn sein Einfluss auf Olivier Messiaen und andere Exponenten der französischen Moderne immens war (und immer noch ist). Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn Debussy nach dem Pelléas seinem Stil treu geblieben wäre und sich damit abgefunden hätte, „Schule zu machen“. Aber „es gibt keinen Debussysmus. Ich habe keine Schüler. Ich bin ich.“
Michael Stegemann

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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