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Sechste Symphonie WoO (Sinfonia semplice)

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t1 Konzertführer
Carl Nielsen
Sechste Symphonie WoO (Sinfonia semplice)

In einem Schreiben an seine Tochter äußert Nielsen vor der Entstehung der Semplice den Gedanken, dieses Werk „mit derselben unkomplizierten Freude am reinen Klang wie die alten a cappella Komponisten“ zu schreiben – ein ästhetisches Postulat, das in seiner Umsetzung einer rigorosen Kehrtwendung gleichkommt. Und tatsächlich ist der große Ton geschwunden: Komplexe Strukturen und differenzierte Konstruktionen weichen einem alles beherrschenden Prinzip der Einfachheit, das zwar noch alle probaten Mittel kennt, in deren Anwendung aber den Eindruck vermittelt, Nielsen sei zu einem Anfang zurückgekehrt, von dem er nicht ausging. Unverblümter nie als im Violinsolo zum Ende des ersten Satzes wandte sich Nielsen der Tonsprache Griegs zu. Der Rückgriff auf überkommene Formen für die letzte Symphonie mutet seltsam an: Neben der offensichtlich als Karikatur dodekaphoner Methode gedachten Humoreske stehen Kanon (Proposta seria) und Variation (Tema con variazioni). Der für dieses Werk zusätzlich theoretisch formulierten Betonung instrumentaler Spezifika entspricht die kammermusikalische Faktur. Letztendlich bleibt der übermächtige Eindruck, dass das Suchen Nielsens nach neuen Inhalten und Ausdrucksformen nach einer Phase relativer Konsolidierung wieder begonnen hat.
Norbert Bolin

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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