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Zwei Bilder (Deux images) op. 10, Siebenbürgische Tänze, Rumänische Volkstänze

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t1 Konzertführer
Béla Bartók
Zwei Bilder (Deux images) op. 10, Siebenbürgische Tänze, Rumänische Volkstänze

In den 1910 komponierten und im Februar 1913 in Budapest uraufgeführten Orchesterstücken mit großer Besetzung – Holz je zwei- bis dreifach, Blech drei- bis vierfach besetzt, dazu umfängliches Schlagzeug, zwei Harfen und Celesta – lässt sich die Schnittstelle zwischen den beiden großen Inspirationslinien für Bartók dingfest machen. Es ist einmal, schon der Titel weist auf Debussy hin, die Ganztonharmonik des ‚Claude de France‘: weniger die seiner Images für Klavier als die des ersten seiner Trois Nocturnes, dessen Instrumentation Bartók in seinem ersten Bild getreu folgt. Sie wird in „Klangfarbenflecke“ (Bartók) umgesetzt, wobei chromatische Linien, Orchesterpedaleffekte und Harfenglissandi einen irisierenden Naturklang durch das Riesenorchester beschwören (‚In voller Blüte – Poco adagio‘). Zum anderen, hauptsächlich im zweiten Satz (‚Der Dorftanz – Allegro‘), hören wir Bartóks Anverwandlung rumänischer Tanzmusik, wobei Bartóks Einfall, aneinandergereihte Viertaktgruppen unisono zu wiederholen, keineswegs der Volksmusik entstammt, sondern seine eigene Erfindung ist.

Dass sie ‚authentisch‘ klingt, macht den hohen Grad der geistigen Anverwandlung deutlich. Formal ist der zweite Satz ein Rondo mit wirkungsvollen Steigerungen. Eine trioartige Sequenz nimmt als lyrische Einlage eine Motivvariante aus dem ersten Satz auf. – Urbildern aus der rumänischen Volksmusik ist auch Bartóks 1915 geschriebene Sonatine für Klavier verpflichtet. Ihre auf fünf Originalmelodien zurückgehenden drei Sätze hat Bartók 1931, angeregt durch eine von Andre Gertler arrangierte Fassung für Violine und Klavier, orchestriert. Die Satzfolge lautet: ‚Dudelsackpfeifer‘ (Allegretto) ‚Bärentanz‘ (Moderato), ‚Finale‘ (Allegro vivace). Der Titel der 1932 in Budapest uraufgeführten Orchesterversion lautet Siebenbürgische Tänze. – Bescheidener instrumentiert hat Bartók die ebenfalls 1915 für Klavier komponierten Rumänischen Volkstänze im Jahre 1917. Es handelt sich um sieben Originalmelodien aus Bartóks Sammlung von insgesamt 1115 Instrumentalmelodien, die 1967 aus seinem Nachlass ediert wurden. Die Uraufführung der Fassung für kleines Orchester (Holz je zweifach, ohne Oboen, zwei Hörner, Streicher) fand 1932 in Budapest statt.

Ulrich Schreiber

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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