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Edouard Lalo

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t1 Konzertführer
Édouard Lalo
Edouard Lalo

Lille, 27.Januar 1823 – Paris, 22. April 1892

Unter den Zeitgenossen von Wagner, Bruckner, Brahms, Tschaikowsky und Dvořák ist Lalo eine der im deutschen Musikleben kaum bekannten Komponistengestalten. Dies ist desto unverständlicher und desto mehr zu bedauern, als Lalo – wie Franck, Chabrier und Fauré – zu jener französischen Musikergeneration gehört, deren Schaffen gerade die Musik der deutschen Romantik reflektiert.

Edouard Lalo stammt aus einer im 16. Jahrhundert aus Spanien nach Flandern eingewanderten Familie, in der die Offizierslaufbahn der Söhne eine lange Tradition hatte. Er gleicht darin Albert Roussel und Nikolaj Rimsky-Korsakow; während diese jedoch zunächst der Familientradition folgten und sich erst später der Musik zuwandten, lehnte der sechzehnjährige Edouard diesen Weg von vornherein ab. Er hatte auf dem Konservatorium in Lille Unterricht in Solfège, Harmonielehre und Violinspiel erhalten und war während dieser Zeit von dem in Wien gebürtigen Violoncellisten Baumann in die Kammermusik der Wiener Klassik eingeführt worden. Baumann hatte Beethoven noch erlebt und legte in dem jungen Franzosen die Grundlage für dessen Neigung zur Kammermusik. Auf die Weigerung des entsetzten Vaters, eines unter Napoleon Bonaparte hoch dekorierten Offiziers, die Musikerlaufbahn einschlagen zu dürfen, verließ Edouard sein Elternhaus und ließ sich ohne finanzielle Absicherung in Paris nieder. Er verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst mit Violinunterricht und schloß seine eigene Ausbildung – im Geigenspiel bei François Antoine Habeneck, in Komposition bei dem Böhmen Julius Schulhoff – im Jahre 1847 ab. Als Bratscher trat Lalo anschließend dem Armingaud-Streichquartett bei, einer Formation, die sich um die Kammermusik in Frankreich große Verdienste erworben hat; die Kompositionen Lalos aus jener Zeit (nur Kammermusik) fanden jedoch kaum Interesse – schon George Onslow (1784 – 1852), der einzige Meister kammermusikalischer Formen im Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts, war in Deutschland und England weit angesehener als in seiner Heimat.

Nachdem Lalos Versuch, mit einer großen Oper (Fiesque, nach Schiller) bekannt zu werden, 1865 ebenfalls gescheitert war, wandte sich dies Geschick zu Beginn der 1870er Jahre: Zwei Solokonzerte für Violine erregten in Paris Aufsehen und machten Lalos Namen in kurzer Zeit zu einem Begriff; war das erste dieser Werke (F-dur op. 20) dem aus Belgien stammenden Joachim-Schüler Pierre Joseph Marsick gewidmet, so verhalf dem zweiten, der Symphonie espagnole (d-moll op. 21), der legendäre spanische Virtuose Pablo de Sarasate am 7. Februar 1875 zu einer triumphalen Premiere.

Hartmut Becker

 

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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