KESTINGS FLASCHENPOST: KLEINE SCHULE DER GESANGSKUNST

Zierkunst und Koloraturgeplänkel

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Es existiert kein Instrument, das sich der menschlichen Stimme vergleichen ließe, fand schon William Byrd. Ob uns ein Gesang anspricht oder nicht, ist meist schnell klar; aber schwer zu sagen, warum. Jürgen Kesting, takt1-Kolumnist und einer der international führenden Experten der Gesangskunst, führt hier in diesen „Flaschenposten“ in das kleine und große Einmaleins des Kunstgesangs ein. In loser Folge geht es ums Wesentliche: um technische Themen, um zentrale Werke, vor allem aber um große Sängerinnen und Sänger. Ihre Aufnahmen, nicht wenige mehr als hundert Jahre alt, sind Flaschenpost einer vergangenen Zeit, nicht selten lehrreich fürs Heute.

Jürgen Kesting
Jürgen Kesting
07.07.2021

Der kundige Kritiker Adolf Weissmann beschreibt seinem Buch Die Prima-donna (1920), wie Mitte des 19. Jahrhunderts die Koloratur – eigentlich ein Mittel des dramatischen Färbens – zur Dekoration absank. Doch wurde der Typus der Zierkünstlerin, zuerst vertreten von Henriette Sontag und Jenny Lind (für die Verdi die Partie der Amalia in I Masnadieri schrieb, in Italien wie in Deutschland sehr populär. Der Koloraturgesang wurde einem Fach zugeordnet: dem des soprano...

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