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Felix Mendelssohn

Mendelssohn: Klavierkonzerte

Orpheus Chamber Orchestra, Lisiecki
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Mendelssohns erstes Klavierkonzert pirscht sich mit einer "Crescendo-Walze" heran; um dann nach kräftigen Hammerschlägen den Solisten freizulassen, der in wilden Oktav-Feuerstürmen über die Klaviatur wütet: con fuoco. Lisiecki verliert sich nicht in hohler Virtuosität; auch wenn es virtuos ist: Selbst aus dem waghalsigsten Hinauf- und Hinabgerausche macht er Musik. In feinstem Jeu perlé klingen die Läufe bei ihm, als ob sie absolut keiner Anstrengung bedürften. Das Orpheus Chamber Orchestra donnert kräftig mit – lässt der Musikalität Lisieckis aber allen Raum. Dazu die halsbrecherischen Variations sérieuses und das noch etwas reifere Klavierkonzert Nr. 2. Beschlossen wird dieser musikalische Feuersturm mit dem beschwichtigend-pendelnden "Venezianischen Gondellied". 
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Weiterführende Links

Mendelssohn Bartholdy: Klavierkonzert Nr. 1 g-Moll op. 25

Mendelssohn Bartholdy: Konzert Nr. 2 d-Moll für Klavier und Orchester op. 40

Mendelssohn Bartholdy: Variations sérieuses, op. 54

Mendelssohn Bartholdy: Lieder ohne Worte

t1 Konzertführer
Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzert Nr. 1 g-moll für Klavier und Orchester op. 25

Waren die fünf zwischen 1822 und 1824 geschriebenen Konzerte nur als Studienwerke anzusehen, die der Komponist nicht veröffentlichte, so entwirft Mendelssohn während seines Rom-Aufenthalts 1830/31 sein erstes reifes Instrumentalkonzert. Wahrung der klassischen dreisätzigen Form bedeutet hier nicht mehr Orientierung an Konventionen: Kein Orchestervorspiel, sondern eine kurze herandonnernde ‚Crescendo-Walze‘ des Tutti eröffnet den Kopfsatz, auf die sich der Solist mit wuchtigen Oktavskalen und brillanten Passagen zugleich in das Geschehen einschaltet. Ihm ist auch die Vorstellung des Hauptthemas übertragen, das Orchester nimmt dieses auf. Das Seitenthema lässt der Komponist aus einem Kopfmotiv erst nach und nach entstehen, der Solist ‚findet‘ gleichsam, wie phantasierend, dessen vollständige Gestalt (Des-dur!) erst durch Sequenzieren des Kopfmotivs. In der Durchführung ist, wie schon in der Exposition, das Prinzip des konzertierenden Dialogs des Soloinstruments mit dem Orchester in einer Weise angewandt, die Entfaltung des solistischen Elements nicht behindert, aber zugleich das Orchester angemessen an der motivisch-thematischen Arbeit beteiligt. In der Durchführung spielen auch die Oktavskalen des Beginns eine Rolle. Ein schmetterndes Motiv der Blechbläser beschließt die Coda, an die sich ‚attacca‘ ein kadenzierender Übergang des Solisten in den langsamen Satz anschließt. Dieses Andante, ein intimes, duftig instrumentiertes Lied ohne Worte, verklingt pianissimo, worauf unvermittelt (wiederum ‚attacca‘) die aus der Coda des Kopfsatzes gewonnene Einleitung des Finales losbricht; seine Themen, der schwungvolle Hauptgedanke und der schillernde, hochvirtuose Seitensatz, werden wieder vom Solisten vorgestellt. In der Reprise schafft Mendelssohn übergreifende formale Zusammenhänge durch Reminiszenzen an die Themen des Kopfsatzes. Ein kurzes, wie nachdenkliches Anhalten des stürmischen Flusses sichert der wirbelnden Coda desto größere Wirkung.
Hartmut Becker

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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