Wolfgang Amadeus Mozart

Night Music

Lisiecki
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Kaum eine Volksweise ist international so bekannt wie das französische Liebesgedicht La Confidence naïve, auch wenn wohl kaum jemand diesen Titel kennt. Deutlich populärer ist die Textversion Twinkle, twinkle, little star, die sicherlich auch Jan Lisiecki im Kopf hatte, als er sein Album Night Music konzipierte. Er eröffnet seine neueste Einspielung nämlich mit Mozarts gut viertelstündigem Variationenwerk auf ebenjene kindliche, schlafliedartige Melodie. Mal träumerisch, mal rasend, immer federleicht und genau auf den Punkt – so brillant hört man Mozart selten. Schumanns Nachtstücke op. 23 anschließend eine ganz andere Sprache, mit fließender Dynamik und ausbalanciertem rubato könnte Lisiecki auch hier dem Komponisten gerechter kaum werden. Ravels düsteres Werk Gaspard de la nuit, welches er mit dem Anspruch schrieb, das schwierigste Klavierstück aller Zeiten zu komponieren, ist schließlich die Krönung Lisieckis technischer Fähigkeiten. Am Ende des Albums steht eine Nocturne, aber nicht etwa von Chopin, sondern vom unterschätzten Ignacy Jan Paderewski, der neben seiner musikalischen Tätigkeiten zwischenzeitlich auch polnischer Ministerpräsident war. Alles in allem ist Night Music ein überaus angenehmes Konzeptalbum, mit dem Lisiecki auf beeindruckende Weise seine stilistische Bandbreite und pianistischen Fertigkeiten darbietet.