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Robert Schumann

Schumann: Cello Concerto

Heras-Casado, Freiburger Barockorchester, Queyras
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Die finale Nr. 3 des Schumann-Projekts der Freiburger Barockorchesters mit Isabelle Faust, Alexander Melnikov und Jean-Guihen Queyras. Das Cellokonzert op. 129 war einer von Schumanns letzten Höhenflügen, bevor er unter zunehmenden psychischen Störungen litt. Mit der reduzierten Besetzung des Freiburger Barockorchesters und Queyras' Cellospiel entsteht eine nahezu kammermusikalische Intimität. Hier wird klar, wie zukunftsweisend diese Musik war.
t1 Konzertführer
Robert Schumann
Konzert für Violoncello und Orchester a-moll op. 129

Zu den ersten Kompositionen Schumanns in Düsseldorf gehört das Cellokonzert a-moll op. 129. Schumann war im September 1850 von Dresden nach Düsseldorf übersiedelt, um hier die Nachfolge Hillers als städtischer Musikdirektor anzutreten. In seinem Projektenbuch – Schumann war ein sorgfältiger Tagebuchschreiber in allen Bereichen seines Lebens – findet sich die Eintragung: „Vom 10. bis 16. Oktober: Konzertstück für Violoncell mit Begl. des Orchesters skizziert, bis zum 24. instrumentiert.“ In einem Brief an seinen Verleger Härtel schreibt Schumann dann: „...ich glaube, dass gerade, da so wenig Kompositionen für dieses Instrument geschrieben werden, der Absatz ein den Wünschen entsprechender sein wird.“ Erschienen ist das Konzert dann 1854. Es ist wahrscheinlich, dass Schumann bis kurz vor seinem Selbstmordversuch und der Einlieferung nach Endenich noch daran gearbeitet hat. Mit den virtuosen Konzerten aus dem frühen 19.Jahrhundert hat Schumanns Stück wenig zu tun, schon seine Bezeichnung „Konzertstück“ weist auf eine Auseinandersetzung mit dem klassischen Konzerttypus hin, unterstützt wird diese Konzeption noch durch die drei miteinander verbundenen Sätze, die aus Schumanns romantischer Kunstauffassung resultieren. Sein Ziel war es, „die Poesie der Kunst wieder zu Ehren zu bringen“. Die Poesie der Kunst – sie sah Schumann verwirklicht in einer Musik, die die Sehnsucht nach idyllischer Vergangenheit widerspiegelt, die wie eine alte Märchenerzählung aus der Vergangenheit in die Gegenwart herüberklingt.

Und so lässt Schumann sein Cellokonzert wie eine einzige ausdrucksstarke Erinnerung vorüberziehen. In der Überleitung zum dritten Teil klingen Themen des ersten und zweiten an, sodass die drei Abschnitte zu einem großen Bogen zusammenschmelzen. Die Atmosphäre wird nicht unterbrochen, sondern zieht sich bis zum Ende konzentriert durch. Angelehnt an ein modifiziertes Modell der Sonatensatzform ist der erste Teil, verzichtet auf die Kadenz des Solisten und auch auf die Durchformung von symphonischem und konzertierendem Prinzip zwischen Orchester und Solist. Erst im dritten Teil entwickelt sich ein Zusammenspiel, eine gegenseitige Bezugnahme. Das Orchester drängt sich nie auf, lässt in seiner durchsichtigen, transparenten Anlage immer dem Cello den Vorrang des Solisten. Und das Cello wiederum erscheint bei Schumann als idealer Träger für den romantisch-reflektierenden Gehalt des Stücks. Es bietet die Möglichkeit zu kantilenen Passagen ebenso wie zu rezitativisch-dramatischen Abschnitten. Die tiefen Lagen des Instruments begünstigen melancholisch-düstere Stimmungen, die Beweglichkeit des Cellos ist aber auch in der Lage, fröhliche Liedhaftigkeit im Volkston umzusetzen.

Obwohl das eigentliche Instrument Schumanns das Klavier und die Geige der Prototyp des romantischen Instruments schlechthin war – man denke nur an die Violine des ‚Rat Krespel‘ oder die des ‚Kapellmeisters Kreisler‘ –, erweist sich das Violoncello in diesem Konzert als geradezu prädestinierter Ausdrucksträger für Schumann.
Irmelin Bürgers

© Csampai / Holland: Der Konzertführer. Rowohlt Verlag.
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